CANTINE GROTTI CANVETTI E OSTERIE

 
Grotti, cantine,canvetti,osterie; Orte, wo der Mensch dieser Welt, frohen Mutes, ein Glas leeren kann (das sagt man so) und etwas zum Kauen bekommt. Weit möglichst weg, von den Augen des Pfarrers aber vor allem vor den unerbittlichen Blicken der Ehefrau. Ecken der Entspannung, verbunden - vor allem die ersten drei - mit schönen Sonnentagen.Umschrieben mit den Worten von Emilio Cecchi könnten wir sie "Osterien des guten Wetters" nennen und das gute Wetter könnte man auch "als gute Zeit" interpretieren.Treffpunkte, wo der Mensch, Herr seines guten Humores ist, glücklich unter Seinesgleichen zu sein, ohne in Verlegenheit bringende Schranken, ohne Kontrollen. Dort kann man fluchen ohne rot zu werden, Freunde zu Scherzen anstiften, sich in geheime Unterhaltungen flüchten....Alles Sachen, die dann, in Erinnerungen schweifend, begossenen werden, sich verwandeln, erweitern und episch werden.
 
CANTINA
Eine Ort, der dazu diente, Wein und Essbares zu konservieren, angrenzend an ein oder zwei kleine Räume mit Kamin versehen, wo man diese verzehren konnte. Die authentische Cantina wird aus dem Felsen ausgehoben (normalerweise aus abgerutschter fester Steinmasse, die jedoch Luft durch Ritze filtert) oder weniger vertreten, aus festem Sand oder Erde (in diesem letzten Fall mit Stützmauern).Es gibt zwei Typen von Cantinen in der Gegend von Lugano:

Nach Aussagen ist die erste mit einem kleinen, eigenen, oberen Raum versehen.

Die zweite mit einem Raum davor; normalerweise handelt es sich hiermit um private Gebäude.
Es gibt auch grössere Cantinen, wo man grosse Mengen von Wein lagert. Sie gehören Geschäftsleuten und die sind von oben bis unten aus der selben Struktur wie die kleinen. Dort findet man all die Gerätschaften, die man zur Weinherstellung benötigt.
 
GROTTO

Die Struktur des Grottos ist praktisch dieselbe der Cantine, nur grösser: Das Grotto ist eigentlich gesagt, unten ein Raum und oben mehrere davon. Es kann davor eine Laube haben; es hat viel Grundstück drum herum, wie zum Beispiel grosse Bäume, Steintische und einen Platz zum Boccia spielen. Es muss entfernt von der nächsten Ortschaft sein, mit Wasseranschluss, ideal gelegen oder in ein Tal eingebettet.
 
CANVETTO

Es ist ein Grotto ohne typische Formen, ohne Cantina im Felsen und deshalb nicht unbedingt am Hang des Berges gelegen. Deshalb ist es nicht gerade zu sehr abgelegen und um kühl zu sitzen, hat man ausser den wenigen Bäumen, Lauben hergerichtet.

Wie auch das Grotto ist es von der nächsten Ortschaft entfernt und sollte nicht bewohnt sein, wenn nicht ausserhalb der Regel, sporadisch. Der guten Lage willen, wird es aber oft, für die Besitzerfamilie, wohnhaft gestaltet.

 

OSTERIA

Anders als die ersten drei Treffpunkte, ist sie in einer bewohnten Gegend gelegen und damit von der Saisonzeit verschont. Sie kann sich in jedem der Häuser, eines Dorfes, befinden. Die Osteria hat auch eine andere Herkunft, sie wurde von Familien ins Leben gerufen, die Wein, Bier und Lebensmittel verkauften, und daher (wie es auch noch heute in kleinen Dörfern zugeht) jedem in ihrem Haus Gastfreundschaft gewährten, der ausserhalb seiner gewohnten familären Umgebung, Zeit in anderer Gesellschaft verbringen wollte; man spielte Karten und diskutierte. Viele Osterien haben eine Laube und sind von grossen Bäumen umgeben; es gibt auch einen Platz zum Boccia spielen. Nicht umsonst,sind sie ähnlich wie die Grotti oder Canvetti, die oft auch als solche getauft wurden.

Im Grunde genommen ist die Osteria international, die Grotti, Canvetti und Cantinen sind eher typisch, original bei uns in der Gegend.

 

Bearbeitet von: Quaderni Ticinesi No.10 "Grotti,cantine e canvetti del luganese" di Pietro Salati

Veröffentlicht von der "Società ticinese" per la conservazione delle bellezze naturali e artistiche

 

 

Grotto Morchino - Gute Hausmannskost in einer charakteristischen Umgebung - Via Carona 1 6912 Lugano-Pazzallo